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Reibung erzeugt Wärme - aber wieviel Wärme ist gut?

Moin zusammen!

Mir ist dieses Bild "Reibung erzeugt Wärme" vor einigen Jahren begegnet. Mit Reibung ist gemeint, wenn sich zwei Menschen "reiben" - also nicht einer Meinung sind. Sich auseinandersetzen. Ja, auch streiten...

Sicherlich gibt es Menschen, die diese Form "brauchen"... bzw. auch damit umgehen können.

Wie seht Ihr das?

Ich hab da so meine Probleme mit... mein Wärmebedürfnis ist da ziemlich schnell gedeckt bzw. ich bevorzuge andere Arten von Wärmequellen. Mit etwas mehr Harmonie ;-)

Sofern klassifizierbar - "reiben" sich Intros anders als Extros?

Kommentare

  • Sehr interessant, das Thema "Reibung" - es ist mir vor Jahren bereits im Berufsleben begegnet. Damals ging es darum, dass der Ex-Chef sämtliche MitarbeiterInnen über den Tisch gezogen hat, was jemand scharfsinnig derart kommentierte, dass bei diesem Vorgang auch Wärme entstehe.

    Ich kann auf hitzige Auseinandersetzungen immer mehr verzichten, in jüngeren Jahren bin ich diesen nicht ausgewichen, sondern habe mich ihnen gestellt und sicher auch selbst meine Beiträge dazu geliefert.
    Aber mit mehr Lebenserfahrung sehe ich immer häufiger ein, wann ein Gespräch nicht mehr zielführend ist, ich verlasse solche Schauplätze schon ziemlich rasch. Reibungen, die ohne wichtiges Ergebnis bleiben, kosten mich mehr und mehr wertvolle Energien.

    Deine abschließende Frage kann ich nicht beantworten. Ich müsste das über einen langen Zeitraum beobachten. Was ich allerdings schon sehe, ist, dass Intros nach aufreibenden Diskussionen mehr Zeit brauchen, diese zu verdauen. Ich finde Reibevorgänge sehr ermüdend!

    Liebe Grüße!
  • Danke für Deine Sichtweise @seelenbilder :-)

    Du schreibst: Was ich allerdings schon sehe, ist, dass Intros nach aufreibenden Diskussionen mehr Zeit brauchen, diese zu verdauen.

    Vielleicht gehen Intros auch deswegen weniger gerne in (auf-)reibende Situationen?
    Oder eben auch andersrum: Menschen, die einen höheren Extro-Anteil haben, sind vielleicht "konfliktfreudiger"?
  • Meiner Erfahrung nach suchen „Extros“ geradezu die Herausforderung. Vermutlich würde sie der Alltag in zu viel Harmonie sonst langweilen ;)
  • Dabei kann Harmonie sooo schön sein! :-)
    Ist die perfekte "Temperatur"... also für mich :-)

    Reibung fühlt sich für mich an wie: Flächenbrand :-/
  • Ich verstehe genau, was du meinst.

    Ein vorwiegend harmonisches Miteinander ist mir auch wesentlich lieber. Meiner Erfahrung nach sind Konflikte nicht immer vermeidbar, jedoch finde ich, ist es auch immer eine Frage, wie man sie anspricht.

    Das Phänomen, mir nach einem Streit noch über die Maßen lange Gedanken zu machen, was hätte anders laufen sollen und dieses unangenehme Gefühl die Reibungswärme aushalten zu müssen - das kenne ich auch. Leider.
  • edited Juli 2022
    Hm also ich bin super Harmoniebedürftig, und so ist es auch in allen zwischenmenschlichen Beziehungen (ich bin Doppelwaage und ziehe auch oft Waagen an, falls das etwas zu bedeuten hat^^).. ganz schwierig finde ich aber die, die noch harmoniebedürftiger sind und keine Argumente zusammen bekommen um eine Lösung zu kreieren, zuzuhören, konkrete Kritik anzunehmen oder und so weiter. Oder auch selber nicht ansprechen, wenn etwas nicht passt. Da wünsche ich mir schon etwas Höllenfeuer, ich denke das ist notwendig um die Balance eben in der Waage zu halten, aber selbst in dem sollte die Waage gehalten werden, nie Reibung der Reibung willen
  • Jepp, @enjoythesilence - sehe ich auch so. Konflikte oder wie man es eben nennen mag, lassen sich nicht ganz vermeiden. Selbst dann, wenn sich beide Menschen sehr ähnlich sein sollten.

    Entscheidend ist der Ton oder die Wortwahl, mit der man spricht. Und sicher auch der Zeitpunkt - also so früh wie möglich und nicht erst lange aufstauen lassen.
    Und auch im Sinne von Achtsamkeit: ist gerade ein passender Moment oder ist das Gegenüber irgendwie schon "gestresst"...?

    Puuuh, ja - die ewig lange Nachwirkung von unangenehmen Gesprächen oder Situationen machen mir auch zu schaffen. Klebt manchmal wie Kaugummi :-(

    Jepp, @domsi - harmoniesüchtig, und somit alles, was selbige beeinträchtigen könnte, zu vermeiden, wäre wohl der andere Pol? So was wie Unterdrückung?
    Auch nich viel besser.

    Ja, die goldene Mitte - die wäre es :-)
    Oder eben auch die Waage - ausgeglichen. Ein schönes Bild! :-)
  • An Euren Beiträgen ist überall was drinnen, so wie ich Kommunikation unter Menschen erlebe. Harmoniesüchtig bin ich nicht, aber ein Konflikt sollte definitiv ergebnisorientiert gelöst werden, dann kann ich damit auch umgehen.
    Extrovertierte dürften mit Konflikten freudiger umgehen als Intros. Ich habe ebenfalls schon oft den Eindruck gewonnen, dass sie einen etwas "aufregenderen" Alltag bevorzugen, es könnte ja sonst zu fad werden.

  • @seelenbilder ich glaube sie vereinsamen sonst und fühlen sich unwohl. Wenn man sie besser versteht, kann man sich auch leichter von ihrem Energiehaushalt abgrenzen und die Dinge nicht persönlich nehmen, wenn man die selben Bedürfnisse dahinter erkennt
  • Ja, Extrovertierte scheinen wirklich konflikt"freudiger" zu sein. Frage mich gerade, woran das liegen könnte?

    Und ja, wenn man als Introvertierter versteht, wie ein extrovertierter Mensch tickt, kann das vieles vereinfachen. Schön wäre es noch, wenns andersrum auch funktioniert :-)
  • Die Kunst scheint wohl darin zu bestehen, einen hitzigen Konflikt zu verwandeln, ihm Struktur zu geben, insbesondere (!) dann, wenn das Gegenüber auf den ersten Blick nicht lösungsorientiert wirkt. Es kann sich lohnen hier geduldig zu sein. Der Wille, etwas zum Positiven verändern zu wollen, kann m.E. bereits daran erkennbar sein, dass ein Konflikt überhaupt (aus einer hochkochenden Emotion heraus) "angezettelt" wurde. Nehme ich diese/n ernst und mich somit dem (möglicherweise zu Beginn noch wenig konkreten) Anliegen an, werde ich während des Austauschs und anhand des darauffolgenden Verhaltens erfahren, inwiefern der Wille, eine gemeinsame Lösung zu finden und dann auch umzusetzen, beim Gegenüber besteht. Und ich gebe @domsi Recht: Im schönsten Fall erkennt man während dieses Prozesses sogar gemeinsame Bedürfnisse.
  • @byen_221,
    ich kann Deinen Ausführungen ganz eindeutig zustimmen, nur -
    wer filtert all das, was Du zu filtern imstande bist, wenn es bereits mitten zur Sache geht. Da ist doch fast niemand mehr fähig, die Angelegenheit so zu betrachten.
    Und kehrt Ruhe ein nach dem Sturm, gibt es nur wenige, die über Entwicklungen nachdenken, die ergründen wollen, ob etwa auch etwas Positives einer Auseinandersetzung zugrunde liegen könnte. Ich habe das nur ganz selten erlebt - und es brauchte unzählige Hinweise, einmal genauer hinzublicken. Schneller gilt man als Spinner und Exzentriker, wenn man Konflikte auch noch sachlich untersuchen möchte. Die meisten lieben es, bei ihrer eingefahrenen Sichtweise zu bleiben und diese ist: Schuld ist immer der andere!
  • @seelenbilder,
    deine Frage zu beantworten fällt mir ehrlich nicht leicht. Mir ist durchaus bewusst, dass es sich bei meinen Schilderungen in erster Linie um Theorie handelt und ich versichere dir, ich bin nicht imstande all das zu filtern. Doch als (einst) sehr konfliktscheue Person hilft mir diese Theorie ungemein dabei einen Konflikt zu durchleben. Insbesondere aufgrund einer ausgeprägten Harmoniebedürftigkeit ist es für mich keine Option (mehr) Konflikte im Raum stehen zu lassen. Weitere Konflikte sind dann nämlich vorprogrammiert. Außerdem, möchte ich eine tiefergehende Beziehung führen und eine tiefere Verbindung eingehen, empfinde ich Ungeklärtes zunehmend als hinderlich.

    Würdest du denn sagen, dass du das von dir Beschriebene für eine längerfristig intakte/ bereichernde Beziehung benötigst, also den Willen deines Gegenübers (Vergangenes) (mit dir gemeinsam) reflektieren zu wollen, um sich so gemeinsam weiterentwickeln zu können?

    Für mich persönlich scheint das nämlich eine durchaus wichtige Voraussetzung zu sein und ich frage mich mittlerweile wie realistisch meine Erwartungshaltung dahingehend wohl ist.
  • @byen_221
    Es ist unfassbar, wie und was Du schreibst, ich fühle mich elektrisiert! :-)

    Deine FRAGE muss ich mit einem LAUTEN JA!!!!!!!!!!!! beantworten:
    Eine gemeinsame Weiterentwicklung ist aus meiner Erfahrung nur möglich, wenn der Wille, aber auch das mentale Vermögen, (auch Vergangenes, denn daraus kann ja einiges gelernt werden) mit mir gemeinsam reflektieren zu wollen, vorhanden sind. Ich könnte definitiv eine bereichernde Beziehung nicht anders führen.
    Ich habe ebenso eine ausgeprägte Harmoniebedürftigkeit, ich habe mich allerdings gerade an meinem letzten Arbeitsplatz so erlebt, dass ich nicht mehr alles restlos aufklären wollte - wohlwissend, dass Gärendes weitere Konflikte auslöst. Ich war dort definitiv exzentrisch, habe unzählige Male bemerkt, dass ich mit dem, was auch Du als so wichtig empfindest, nicht durchdringen konnte.
    Dazu mangelte es den meisten im Team an der Fähigkeit, ein Aufarbeiten auf sachlicher Ebene zu bewältigen. Irgendwann habe ich losgelassen, diese Themen nur mehr selten angesprochen; es mangelte mir nicht am Mut, sondern an nicht möglichen Lösungen mit den anwesenden Personen.
    Eine Konsequenz ist, a.u.c.h. deshalb, nach einem langen Weg der ständigen Frustrationen, gekündigt zu haben. Und ich fühle mich unendlich erleichtert ...

    Hab Dank für Deine Stellungnahme und Deine Frage!
  • edited August 2022
    @seelenbilder

    "Ich war dort definitiv exzentrisch, habe unzählige Male bemerkt, dass ich mit dem, was auch Du als so wichtig empfindest, nicht durchdringen konnte.
    Dazu mangelte es den meisten im Team an der Fähigkeit, ein Aufarbeiten auf sachlicher Ebene zu bewältigen. Irgendwann habe ich losgelassen, diese Themen nur mehr selten angesprochen; es mangelte mir nicht am Mut, sondern an nicht möglichen Lösungen mit den anwesenden Personen."

    Das beschreibt gerade zu 100% die Situation an meinem Arbeitsplatz. In mir persönlich erzeugt es Gewalt; ich habe Lust richtig hart draufzuschlagen, so lange zu prügeln bis von alleine die Bereitwilligkeit besteht den Dingen ins Auge zu sehen. Vielleicht ist Konfliktscheue, und/oder auch die Unwilligkeit, Probleme anzuerkennen und zu benennen, diese Angst vor Schmerz (welcher Art auch immer) - zumindest kurzfristig. Da habe ich dann Lust, einfach gezielt zu desensibilisieren. Denn diese ganzen Dynamiken der Unbereitschaft, erzeugt bei mir mehr Schmerz als jeder physische Schmerz es tun könnte. Ich bin mir natürlich bewusst das jeder wo anders schwebt aber ich empfinde dieses "dulde jede Schwäche und jeden Scheiss" als absolut unnachhaltig.

    Ich bin super super harmoniebedürftig aber mittlerweile bin ich der Meinung es ist okay eine Spannung der Disharmonie aufrecht zu erhalten, einfach damit die Leute auch wissen, dass sie sich unkomfortabel fühlen sollen aufgrund ihres Verhaltens.
  • @domsi,
    ich kenne die von Dir beschriebenen Regungen auf den Punkt. Das Verhalten, Konflikte einfach nicht erkennen oder lösen zu wollen, erzeugt definitiv eine gewisse Art von Schmerz. Ich wollte da oft genug mal auf den Tisch hauen, aber auf Selbstverletzungen dieser Art habe ich irgendwann auch verzichtet. Der Schmerz über soviel Schwäche und Unvermögen von Menschen kann einen dann auch noch sehr lange beschäftigen.
    Für Disharmonien hat man in diesem, meinem eh. "Team" auch immer Schuldige gefunden - selten war allerdings die richtige Person eruiert. Es gab immer neue Sündenböcke - manchmal wurden sie schon dazu gemacht, bevor sie richtig "da" waren, oft eilte ein gewisser Ruf voraus, dann war man schon verurteilt. So ein Hetze im Vorhinein, auch ein Ding, das ich überhaupt nicht mag!
  • edited August 2022
    @Seelenbilder

    Oh Mann, ich wollte mich kurz halten, aber du hast die perfekte Ergänzung gegeben ^^ ich übernehme dann oft die Verantwortung und bin dann vor allem für die Sündenbock, die es eben nicht getan haben. Also ich spüre es zumindest, lasse es aber nicht heran weil ich weiß wenn etwas ist dann "truth-bombe" ich eloquent und da scheissen sie sich eh alle an.

    Früher hatte ich Mitleid, (was definitiv auch mit meinem Elternhaus zusammenhängt, und man wird ja einerseits dazu erzogen, Mitleid zu haben für Schwache - oder equivalent eben ein ignoranter Mensch zu sein), habe mich eigentlich auch recht besiegt gefühlt wenn ich es akzeptiere und resigniere aber mittlerweile ist es fast so, gefühlsmäßig, als würde man einen Schut (also Erde) in einen Abgrund werfen, mit der Hoffnung dass irgendwann mal ein Fundament für ein Haus entsteht. Aber ich denke vorher braucht es eine Erdkernverschiebung, und das liegt jetzt nicht wirklich innerhalb meines Möglichkeitenbereichs.
  • @domsi,
    wir scheinen so manch ähnliche Strategie entwickelt zu haben. Ich allerdings habe noch nicht gelernt, solche miesen Stimmungen nicht an mich heranzulassen.
    Ich habe viel Tun übernommen, wo andere sich weit zurückgelehnt haben, obwohl all die Aufgaben in ihrer Jobbeschreibung bzw. in ihren Positionen verankert sind. Ich habe es übernommen, weil es mir einfach zu viele Diskussionen gab, immer die gleichen, immer der gleiche sinnlose, fruchtlose Ärger, die wiederholt miese Stimmung. Also habe ich Aufgaben übernommen, die ganz und gar nicht meine waren. Wissend, was ich damit "anstelle", nämlich, dass sich die, die hätten handeln müssen, noch weiter zurückgelehnt haben, "Team"-Definition: "T.oll, E.in A.nderer M.acht's". Wah, wie ich so eine unprofessionelle Haltung verachte! Sowas funktioniert definitiv auch nur dann, wenn Führungsschwäche vorhanden ist: Man müsste manchmal eben genau so durchgreifen, wie man's ankündigt, aber eben bei denen, die wirklich verantwortlich für das sind, was so dermaßen verärgert, dass man ständig nach (den falschen!) Sündenböcken Aussicht hält.
  • Das mit dem T.E.A.M und Sündenbock kenne ich und macht mich rasend; ich schreibe jetzt jeden Tag eine Liste, wer was gemacht hat, das ich bei Zeiten offensichtlich belegen kann, anstatt dumm rumzudiskutieren und mich diesen Sündenbock kaka zu entreißen und bei Zeiten lege ich es einfach vor (vor allem wenn ich Sündenbock sein werde trotz Verantwortung; ich will eh mehr Geld).

    Miese Stimmungen nicht ran lassen habe ich letzten Winter gelernt; da war corona high season, Massen arbeitslos, impfplicht, hier in Wien und Österreich Hass und Gespaltenheit. Bin aus dem Haus und jeder 3. hatte Todessucht in sich; wollte töten (oder ging ihm so schlecht, oder war so voller Wut, dass es diese Emotion raufgebracht hat) - mit all den existenziellen Ängsten und der Angst um die Zukunft. Da hat sich das bei mir etabliert weil ich das halt alles gespürt habe; war wie im kalten Wasser als Empath: lernen sich abzugrenzen oder daran sterben (oder psychisch erkranken); wie man es anders lernt, keine Ahnung; ich hatte auch vorher die Intuition, in Wien zu bleiben (fast alle Freunde waren im Ausland), ungefähr eine Ahnung, was ich da lernen könnte, bzw. welche Lektionen ich mir da entgehen lasse - im Winter selbst habe ich es bereut und gehasst, aber jetzt ist es anders
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