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Wieso denkst du, dass du introvertiert bis?

Hi Leute. Ich bin gerade in der Endphase meiner Bachelorarbeit zum Thema Introvertiertheit. Ich behandle hauptsächlich die Vielfalt und die unterschiedlichen Eigenschaften, welche die Introver-tiertheit mit sich bringt, um das Verständnis dafür zu stärken. Ich habe bereits eine Vielfalt von Ei-genschaften, welche ich in Gesprächen und Diskussionen mit Menschen angesammelt habe, jedoch hätte ich noch gerne ein paar weitere Ansichten. :)

Nun meine Frage an dich: Wieso denkst du, dass du introvertiert bist? Was sind die Eigenschaften, die für dich eine introvertierte Person ausmachen?

Es können gerne auch einfach Stichworte oder aber auch Geschichten und Erfahrungen sein. Ich würde mich sehr über einige Inputs freuen. Ach ja..es bleibt natürlich anonym :)))

Kommentare

  • Bei mir ist es die Anstrengung wenn ich mit anderen Menschen zu tun habe. Es ist nicht so, dass ich nach jedem Treffen meine Ruhe brauche, aber schon nahe dran. Bspw. habe ich alle paar Wochen einen krassen Gefühlsumbruch und werde extrem mies gelaunt. Dann geht mir einfach jeder auf die Nerven egal was es ist. Ich merke richtig die innere Unruhe und meistens ignoriere ich das eine Weile bis es zu dolle wird und ich ein wandelndes Pulverfass bin. Dann muss ich wirklich mal ein oder zwei Tage allein in meinem Zimmer sitzen und dann merke ich richtig wie es besser wird. Wie die Anspannung von mir fällt.
    Außerdem finde ich es wirklich anstrengend Small Talk zu halten. Es ist so eine Zeitverschwendung und ich versuche allein deshalb so wenig wie möglich mit Menschen zu interagieren.
  • edited Juni 2022
    ich merke, das es mir mit anderen Menschen oft zu viel wird. Ich halte es eine gewisse Zeit aus, aber danach sehne ich mich wieder nach Hause zurück und möchte einfach nur alleine sein. Und je nach Befinden, kann ich auch von jetzt auf gleich überfordert sein, besonders wenn die Tage zuvor anstrengend waren, oder die Situation anstrengend war und ziehe mich innerlich zurück. Überfordernd sind auch zu lange oder schnelle Gespräche, oder allgemein Gespräche, ich mag überhaupt keinen Smalltalk. Oder Menschenmengen, aber auch anstrengende Menschen.

    laute Menschen sind genauso anstrengend wie die hektische Welt da draußen. Ich bin eher zurückhaltend und halte mich im Hintergrund auf und ich mag es allgemein nicht im Mittelpunkt zu stehen. Ich tanke in meiner Wohnung immer auf, um neue Kraft für den nächsten Tag aufzuladen. Meditation, oder Entspannung ist das, was mir hilft den Alltag zu überstehen, sonst würde ich wohl wie ein volles Fass herumlaufen, war kurz vorm explodieren ist.
  • Ich brauche ebenfalls viel Zeit für mich und das ist in der momentanen Lage sehr schwierig geworden, weil mein Mann die meiste Zeit von zuhause aus arbeitet (seit Corona) und ich wenig bis gar keine Rückzugsmöglichkeiten habe. Ich mache jeden Tag schon sehr lange Spaziergänge mit dem Hund, um mal für mich zu sein. Mein Mann muss noch nicht mal viel mit mir reden, es reicht einfach schon seine Präsenz.

    Einmal im Jahr mache ich Urlaub allein, nämlich dann, wenn mein Mann und mein Sohn in den Skiurlaub fahren. Da ich kein Ski fahre, fahre ich stattdessen an die Ostsee und genieße für eine Woche das Allein-Sein. Das tut mir so unendlich gut ! Mal für niemanden erreichbar zu sein und machen zu können, was mir gefällt. Ich brauche eine Woche lang nicht ein Wort zu reden und es fehlt mir nichts :-)
  • Beispiel 1: Ich habe einmal pro Woche Chorprobe. Das gemeinsame Singen ist schön, man muss sich konzentrieren, trifft nette Menschen. Soweit so gut. Wenn die netten Menschen (das meine ich wirklich, keine Ironie) nur nicht immer anfangen würden über dieses und jenes zu palavern, am besten noch durcheinander. Das macht mich kirre. Und bitte nicht von hinten auf mich zueilen (wir haben uns ja so lange nicht gesehen!) und unerwartet umarmen. Da hätte ich fast mal jemanden sehr unsanft weggestoßen - mag mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre.
    Beispiel 2: Größere Famielenfeiern und sonstige Partys. Einfach nur anstrengend. Nach spätestens einer Stunde will ich nur noch weg! Zu laut, zu viel Input, aber keine ernsthaften Gespräche. Danach bin ich völlig ausgelaugt.
    Beispiel 3: Die unsinnige Idee - jetzt stürze ich mich in den Weihnachtsmarkttrubel. Muss ja schön sein, die Kollegen schwärmen davon, fragen: Warst du auch schon da? O weh, falsche Entscheidung! Laut, viel zu viele Menschen, viel zu viel Gedränge .. nix wie weg.
    Beispiel 4: Ich habe eine Woche frei, mein Mann ist beruflich unterwegs. "Du Ärmste, was unternimmst du denn? Hast du schon was geplant? Freunde besuchen oder so?" - Nein ich habe nichts "geplant" - ich genieße die Ruhe und hoffe, dass nicht mal der Postbote klingelt. Ich will auch nicht telefonieren, ich will mich sortieren, abschalten, es mal niemandem Recht machen müssen. Nicht kommunizieren müssen ist Balsam für die Seele.
    Beispiel 5: Die netten, eher extrovertierten Kollegen. Smalltalk ist nur wirklich nicht mein Ding. Kann ich nicht und will ich auch nicht lernen (Okay - ein paar nette Floskeln ...). Und wie sich (fast) alle aufs Sommerfest oder den Betriebsausflug freuen. So ein Pech, da habe ich entweder Urlaub (wie auch grundsätzlich an meinem Geburtstag) oder einen unaufschiebbaren Termin. Lieber das Mitleid der Kollegen ertragen (Das ist aber schade...) als Stunden zusammengepfercht im Bus oder Restaurant zu sitzen.
    Zum Schluss noch eine - für mich interessante - Erfahrung: wenn ich hier Beiträge, egal zu welchem Thema, lese, erkenne ich mich häufig wieder. Interessant finde ich auch, wie gut hier formuliert wird. Keine halben Sätze oder unverständliches Geschwafel. Ist das vielleicht auch ein "Markenzeichen" der Introvertierten? Konzentriert sein, beim Thema bleiben?
  • @Feykir,
    ich möchte alles unterschreiben, was Du hier formuliert hast! Perfekt auf den Punkt gebracht, vielen Dank!

    Und was Deine Frage betrifft: Ich glaube, es ist tatsächlich ein "Markenzeichen", dass wir fokussieren, ein Thema vielschichtig beleuchten und all das Gefühlte und Gedachte auch verständlich in Sätze gießen können. Das dürfte wohl auch darauf beruhen, dass wir uns hier verstanden fühlen wollen und auch können.

    Wie oft ich mir schon vorgenommen habe, aus alter Wertschätzung für unzählig schöne Kindheitstage wieder einmal die Verwandtschaft zu besuchen! Doch gleichzeitig erfasst mich auch ein Schaudern, weil ich gewisse Erfahrungswerte habe, welche Gespräche mich da heutzutage erwarten. Wir leben in völlig unterschiedlichen Welten, nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich. Da gibt es keinen Konsens - und ich möchte mich auch nicht rechtfertigen für meine gelebten "Eigenheiten".
    Und ich merke jetzt auch immer deutlicher, dass mich meine zurückhaltende Art auch beruflich auflaufen lässt. Was jahrelang gut und richtig war, wird nun, an meinem neuen Platz, ein riesiges Problem. Ein Problem, das ich dringend ent_scheiden und lösen muss ...
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