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Die Dummheit hat aufgehört, sich zu schämen

edited Februar 2022 in Allgemeines
Dieses Thema beschäftigt mich intensiv. Leider verbringe ich viel Zeit an Orten, wo mir die eine oder andere Dummheit (oft nicht zu unterscheiden von Bosheit) recht unverschämt begegnet.

Dummheit ist nichts Neues, nur, so wie es Heidi Kastner so treffend formuliert, sie hat aufgehört, sich zu schämen.

Und klar wird auch, warum die Informierten immer leiser werden: Sie wissen nämlich um die Begrenztheit ihres Wissens. Daher beanspruchen sie keine absolute Wahrheit für sich.

Ich empfinde das Interview als lesenswert!
https://www.gmx.at/magazine/wissen/psychologie/heidi-kastner-interview-dummheit-aufgehoert-schaemen-36568130

Kommentare

  • edited Februar 2022
    So unterschiedlich es mit Meinungen sein kann, ist es für mich auch bei dem Artikel. Ich gebe zu, nicht komplett gelesen zu haben. Aber das, was ich gelesen habe, hat mir gereicht zu verstehen, dass es zumindest für mich nicht lesenswert ist. Einfach kein Mehrwert bietet.
    Kurz und knapp: zu viel Verallgemeinerung, zu viel wird von Dummen und Dummheit geredet. Jetzt dann noch viele in eine Schublade stecken und behaupten, fast jegliches Verhalten ist mit Dummheit verknüpft.
    Frau Kastner bleib nur zu wünschen, dass Sie sich selbst, wenn Sie zum Beispiel das Licht vergisst auszuschalten, nicht auch noch für Dumm hält. Sorry, aber wollte es gesagt haben!

    Bei solchen Artikeln bestärkt mich noch mehr ein Wunsch und eine Umsetzung, im WWW weniger in die Breite, sondern mehr in die Tiefe zu gehen. Sprich; Weniger Informationen und Meinungen ist Mehr - insbesondere um eigene Meinung und Weltbild beizubehalten.

    Angemerkt, da ähnlich dem Forum: Es kommen immer mehr Themen dazu, wahrscheinlich mit der Absicht, mehr Beteiligung hervorzurufen, dabei schreckt es mich persönlich eher ab, weil schon bei anderen Themen und Threads die Tiefe (tiefgründiger oder überhaupt ein Austausch) nicht stattfindet. Neue Threads versenken die bisherigen Threads und lassen sie in Vergessenheit geraten. Weniger wäre mehr, mehr Qualität statt Quantität. Aber das ist jetzt ein anderes Thema. ;-)

  • @Eagle, danke für Deine Rückmeldung!
    Es gibt einige Passagen, die ich für überdenkenswert halte.
    Etwas lesenswert zu finden, heißt für mich nicht unbedingt, mit allem konform zu gehen. Es bedeutet aber häufig, zu neuen Überlegungen angestoßen zu werden.
    Das hat das Interview durchaus erreicht.

    Wie erwähnt, mich beschäftigt Dummheit vor allem in Verknüpfung mit Bosheit. Dann wird sie für mich jedenfalls zur persönlichen Dummheit, weil sich Bosheit im Endeffekt häufig auch gegen einen selbst richtet.

    Das Feine am WWW ist, dass wir - so wie bei allen Medien - selektieren können.
    Was wollen wir lesen, worauf lassen wir uns ein, wozu haben wir eine eigene / andere Meinung, was davon will man kundtun?

    Und das ist auch beim Forum so. Es wurde hier auch schon bemerkt, dass sich eher "wenig" tut, was ich persönlich nicht finde. Ich begrüße auch neue Threads, für mich sind sie Zeichen von inneren Bewegungen.
  • Ist eine Frage des Blickwinkels. Möglicherweise sind genau die, die Nichtkonformen
    Dummsein unterstellen (um von der eigenen - nicht im Bereich des Möglichen gesehenen - Dummheit wegzuweisen) "die Dummen".
  • Es geht - zumindest mir persönlich - NICHT um "die Dummen" und "die Gescheiten" - etwa eben u.a. in der Unterscheidung zwischen "Konformen" und "Nicht Konformen" - , sondern es geht um "die Dummheit" (als Handlung!) -
    ich denke etwa an eine Handlung, die aus einer Emotion heraus entschieden wird, die einen nicht gut berät. So eine fatale Entscheidung kann aus meiner Erfahrung tatsächlich (fast) jeder treffen, auch der, der ansonst zweifelsfrei zum selbstständigen und kritischen Denken fähig ist.
    Und ich denke auch an Handlungsweisen, die wir uns Menschen oft aneignen, wenn wir uns in Konkurrenzsituationen befinden. Wenn wir nicht mehr aus tiefer Menschlichkeit handeln, sondern weil wir unseren "Gegner" aus dem Rennen bringen wollen.

    Diese und andere Dummheiten sind alltäglich - und sie werden unverschämt angewendet.
  • Wir Menschen handeln aus dem tiefen Instinkt heraus. Es gibt keinen Menschen, der vor jeder Handlung erst mal überlegt, ob sein Verhalten jetzt dumm ist oder nicht.

    Wir alle tragen in uns gewisse Eigenschaften, die auch ausgelebt werden. In unterschiedlicher Ausprägung. Auch ich, die eigentlich ein sehr lieber Mensch bin und anderen nichts Böses will, bin davor nicht frei. Das hat nichts mit Dummheit zu tun.
  • edited Februar 2022
    zu einer kleinen Dummheit meinerseits, eine kurze Geschichte:
    Ich habe aus einer Emotion heraus, die mich sicher nicht gut beraten hat, nämlich Wut, vor einigen Tagen gegen das, was mir mein Gewissen geraten hat, gehandelt.
    Das war aus meiner Sicht eine (Gott sei Dank nur kleine!) Dummheit.
    Allerdings habe ich unzählige Male die Erfahrung gemacht, dass es mir nicht bekommt, gegen mein Gewissen zu handeln. Ich sehe meine eigenen Handlungen durchaus sehr kritisch.

    Das Ergebnis war, dass ich die Quittung sofort präsentiert bekam. Die Quittung war allerdings gemessen an meiner Handlung relativ riesig. Sie war nicht gerade angenehm ... Ich wollte natürlich niemandem etwas Böses, aber ich wollte nicht zum unzähligsten Male wieder einmal dafür aufkommen, was andere versäumt haben.
    Ich fühle mich sehr rasch für das Nichthandeln oder für Versäumnisse anderer verantwortlich. Diesmal wollte ich einmal einen anderen Weg einschlagen und auch mal liegenlassen, was andere nicht kümmert. Nun, es hat nicht geklappt. Ich hätte es wissen müssen ... Fürs nächste Mal weiß ich es besser ...
  • Was du beschreibst @seelenbilder kenne ich ebenfalls. Und ich frage mich tatsächlich, wie andere immer wieder damit durchkommen, z.B. schlampig zu arbeiten oder einfach das zu tun, wonach ihnen gerade der Sinn steht und wenn ich dieses Verhalten auch einmal für mich in Anspruch zu nehmen wage, gibt es direkt das größte Donnerwetter. Oder kassieren die anderen ebenfalls eine Rüge, halten diese nur besser aus und vergessen den Tadel schneller?
  • Ach, liebe enjoythesilence,
    angesichts Deiner Frage muss ich Dir wahrheitsgemäß antworten, dass die Erwartungshaltungen bei denen, die ihre Zuverlässigkeit nicht verbergen können, weil sie ihnen quasi schon ins Gesicht geschrieben steht, überaus hoch ist.
    Die Rügen kassieren die, die ohnehin immer am Schaffen sind, sehr viel schneller.

    Es gäbe soviel anzusprechen und zu klären, allein: Ich mag nicht mehr. In all den Jahren habe ich keine einzige Vereinbarung aus Besprechungen kennengelernt, deren Inhalt nachhaltig gewesen wäre. Es gibt kein Genieren bei denen, die nehmen, aber nichts bis wenig Essenzielles geben.
    Ich hoffe, dass sich in wenigen Monaten die Tore zu einer neuen Berufung öffnen. Ich male mir schon die Abschiedsszenen aus ...

    Liebe Grüße!
  • edited Februar 2022
    @Spaziergaenger, hallo!
    Deine Nachricht versteh ich leider nicht ... :-)
  • @seelenbilder
    Ja, da steh ich selber vor einem Rätsel. Muss sich kurz vorm einschlafen mit dem Smartphone im Bett mehr oder weniger "selbsttätig" generiert haben.
    Passt unfreiwillig irgendwie zur Überschrift ;-)
  • ;-)))) das ist ja komisch! @Spaziergänger
    Dabei ist mir gerade gar nicht zum Lachen. Hab vorerst entdeckt, dass der Sturm mein Wohnhaus beschädigt hat ... Wasserschaden ... und das vorm Wochenende. Ähhhhh!

    Muss jetzt gleich noch ein Mail an die Hausverwaltung loslassen.
  • Aber mal ganz ehrlich: Wäre die Welt nicht auch ziemlich langweilig, wenn es die Dummheit nicht gäbe?

    Wie oft ärgere ich mich über meine eigene Dummheit und verurteile mein Tun, wenn es unangenehme Folgen hat. Aber ist das nicht auch ein Weg, sich weiterzuentwickeln?
  • edited Februar 2022
    Es gibt viele Dummheiten, die der Mensch bitte unbedingt auslassen sollte, z.B. Kriege. Und hier trifft auch zu, was ich eingangs geschrieben habe: Diese Dummheit schämt sich nicht.
    Kriege kann der Mensch nämlich nicht gewinnen. Sie sind immer ein großer, großer VERLUST ... GEWALT - und zwar jede Form davon - kann ich nur als Dummheit ansehen, nämlich auch gegen sich selbst. Die einzigen Gewaltausübungen, die ich akzeptiere, sind jene der Notwehr oder im Kreislauf der Natur, wenn es um Nahrungserwerb (gerade zwischen Tieren) geht. Aber allein, wenn ich daran denke, dass wir Menschen Tieren Gewalt antun, bevor sie auf unseren Tellern landen, müsste ich konsequenterweise schon Vegetarier sein.

    Ich kann aber zumindest sagen: In meinem Leben gab es tatsächlich genug Lehr- und Lernstoff durch meine eigene Dummheit. Insofern ja, man kann sich auch entwickeln, in der Erkenntnis, dass man Fehler gemacht hat. Die größten Dummheiten bestanden darin, Menschen in mein Leben zu lassen, von denen ich WUSSTE, dass die Begegnung mit ihnen sehr viel Kummer bringen würde.

    Ich habe vor ein paar Tagen gegoogelt, es gibt unglaublich viele Zitate zum Thema DUMMHEIT. Nur ein Beispiel einer umfangreichen Sammlung:
    https://de.wikiquote.org/wiki/Dummheit
  • Im kriegerischen Handeln manifestiert sich der Ungeist einer Kreatur.
    Ich kann nicht anders, als dies eine Dummheit zu nennen. Eine tödliche Dummheit, die sich nicht mehr zurücknehmen lässt. Eine Dummheit, die so viele Schmerzen, soviel unsägliches Leiden hervorruft. Ich kann diese Dummheit mit nichts auf dieser Welt entschuldigen.
    Es gibt keinen Gewinn durch Krieg!

    „We are going backwards, armed with new technology, to a caveman mentality.“
    (Depeche Mode, Album „Spirit“)

  • Hallo seelenbilder, ja, die letzte Zeit hat mich auch wieder über die Dummheit der Menschen nachdenken lassen.

    Ich bin der Meinung, dass der Mensch an sich ein dummes Geschöpf ist. Im Großen wie im Kleinen. Ausgestattet mit soviel Intelligenz schafft der Mensch es nicht, die eigene Dummheit zu besiegen.

    Der Mensch zerstört wissentlich seinen eigenen Lebensraum, sei es durch Kriege, sei es umwelttechnisch gesehen. Er zerstört, um es wieder aufzubauen und dann wieder zu zerstören. Koste es, was es wolle.

    Dieser Gedanke lässt mich nicht mehr los. Der Mensch wird dumm geboren und bleibt sein Leben lang dumm. Meine Meinung …..
  • Deiner Meinung kann ich nur beipflichten, @Nethi. Ich verstehe es einfach nicht, warum die ganze Intelligenz immer noch nicht ausreicht, damit die Menschheit endlich mal dazulernt.
    Wir könnten es doch eigentlich gut haben auf unserem Planeten, aber scheinbar wollen wir das nicht.
  • ... und da bin ich leider wieder bei der Überschrift zum Thema:
    Die Dummheit hat aufgehört, sich zu schämen. Es ist ihr so überhaupt nicht peinlich, ertappt zu werden.
    Das für mich unerträgliche Gefühl des Scheiterns, nämlich an der Dummheit, das wird an allen möglichen Plätzen der Bühnen dieser Welt, auf der sich die Dummheit darstellt, inszeniert.
    Wenn Dummheit sich mit Macht paart, ist sie die gefährlichste aller Formen, die ich kenne. Das merke ich ebenso im Berufsleben, auch, wenn hier keine Atombomben geworfen werden können ...
    https://cml179.wixsite.com/seelenbilder/single-post/toxisches-arbeitsumfeld
  • Dummheit = Angst oder Angst = Dummheit - einfach Nö.
    Ich mag das Wort dumm/Dummheit nicht... es ist nicht klar definiert - zumindest nicht mehr, vielleicht war es das einmal. Wir Menschen haben anscheinend verlernt, Abstand zu nehmen. Informationen wirklich zu verarbeiten. Verarbeiten dauert - doch scheint es, haben wir dazu keine Zeit mehr. Und so kommt es dazu... wer gerade am lautesten ist, hat ein gewisses Quantum an Wahrheit. Der Verarbeitungs- und/ oder Lernweg, der kommt nicht mehr zur Geltung. Keine Zeit dafür... das Leben rennt davon. Am Leben zu bleiben, rennt davon.
    Wir haben so vieles davon verlernt, was für unser Glück so wichtig ist. Vergeben. Loslassen. Erst durchdenken, dann Meinung kundtun. usw.
    Und parallel läuft unser Lebensunterhalt so einfach durch - da musst du dranbleiben, sonst stehst du einfach so ohne Lohn/ Gehalt da. Und dann? Dass wir dann nicht einfach ohne eine Sicherheit sind, das wissen wir nicht mehr. Und so entsteht die Angst oder Dummheit in welcher Reihenfolge auch immer. Es geht immer anders. Und manchmal geht das schief. Wir haben am Ende nicht mehr zu verlieren, als unser Leben. Und das verlieren wir sowieso irgendwann. Weiß ich - wissen wir. Und trotzdem. Sicher wollen wir sein. Das macht uns ängstlich und dumm. Und weil das auch die ganz Großen/ Mächtigen betrifft, geht die Hackordnung so lange weiter, bis sich die Schwächsten auflehnen. Weil sie so gar nichts mehr zu verlieren haben, so dumm und ängstlich sie auch sein mögen. Wie wir alle.

    Sorry, wen ich mit diesem Gedankenerguss störe. Dennoch: dumm und ängstlich sind wir alle - oder?
  • @NormaDie ich mach oft genug Witze darüber, wie dumm ich bin und Schiss hab ich allemal. Kann also deine Frage für mich persönlich eindeutig mit Ja beantworten. Und manchmal halte ich mich auch für intelligent. Die Diskrepanz meiner eigenen Einstellungen mit gegenüber hab ich noch nie verstanden, aber es hängt vielleicht damit zusammen was du sagst mit dem "dumm ist nicht genau definiert". Ich musste gerade beispielweise Diskrepanz kurz googlen. Es kam im Schreibfluss einfach so heraus, aber bei genauerer Betrachtung war ich mir nicht mehr sicher ob ich nur glaube zu wissen was es bedeutet oder ob ich es weiß.
    Ich hab irgendwann mal versucht, zwischen "dummheit" und uninformiertheit" zu unterschreiden aber ich glaube, damit ist es auch nicht getan. "Dummheit" hat unheimlich viele Facetten. Uninformiertheit, Begriffsstutzigkeit (ist das ein wort? ich google das jetzt nicht auch noch), Emotionale Intelligenz und noch ganz viele mehr, die mir aber spontan nicht einfallen. Wenn ich den Satz höre "Dummheit schämt sich nicht mehr" dann denke ich direkt an Leute wie Trump und Tucker Carlson und muss dann aber auch sagen, jemand der wirklich "klassisch dumm" ist, der kommt nicht so hoch. Hinter diesem "dumm" steckt auch noch mal ein großer bunter Blumenstrauß an Facetten. Am gefährlichsten is es wenn in der Mischung skrupellosigkeit mit drin ist.
    So und ich weiß gar nicht, wohin diese Tangente führen sollte und geh mir mal n Kaffee machen.
  • "Dummheit" mit all ihren Facetten - mir wäre es auch lieber, wenn es dieses Wort gar nicht gäbe. Mir fällt kein besseres ein: Es ist in meiner Definition eine gravierende Abwesenheit von so einigem, was angebracht wäre: z.B. zuerst zu denken, abzuwägen - dann eine Meinung kundzutun.

    Angst und Dummheit gehen für mich persönlich nicht immer direkt zusammen, weil Angst mitunter auch notwendig ist, ja, überlebensnotwendig. Deshalb kann es ziemlich klug sein, Angst nicht zu ignorieren.

    Dummheit in Kombination mit sozialem Autismus und mit Skrupellosigkeit ist etwas vom Schlimmsten, was es gibt: Wer Krieg befiehlt, ist in meinen Augen dumm: Denn Krieg ist immer Verlust - und nie ein Gewinn. Und das fängt bereits beim "Kleinkrieg", z.B. bei Zickenkriegen an ... Dieser kostet mindestens Nerven ...
  • Wie ich's drehe und wende, das Thema beschäftigt mich einfach. Zufällig über ein anderes Werk gestolpert ...

    http://www.keine-macht-den-doofen.de/media/2012/02/keine-macht-den-doofen-leseprobe.pdf
  • Joi @seelebilder der Teil "Denn Krieg ist immer Verlust - und nie ein Gewinn" ist gerade im Zusammenhang mit dem Zickenkrieg bei mir hängen geblieben. Also so normale Kriege, daraus müssen einige wenige doch schon irgendeinen Nutzen gezogen haben, oder? Die strahlenden Herrscher die mit der ausgestreckten Hand den Bauern den Weg dorthin weisen, wo sie ihr Leben und das von möglichst vielen anderen lassen sollen. Die hatten doch bestimmt am Ende irgendwas davon oder?
    Und meine Geschäftsführung, die gerade langjährige Mitarbeiter rausmobbt und mit unbegründeten Abmahnungen zu Kündigungen drängen will.. die gewinnt doch sicher auch irgendwas, oder? Es sind halt immer die Bauern, die verlieren.
  • edited März 2022
    Offensichtlich gibt es gerade eine parallele Gegenwart in unserem Berufsleben ... Stw. Toxisches Arbeitsumfeld, @San.
    Was man von solchen Verhaltensweisen hat? Ich behaupte, nichts, was Geist, Herz und Seele nährt. Mir kommt es nur darauf an.
    Verluste von Menschenleben (auf psychischer wie auf physischer Ebene) auf der Haben-Seite zu verbuchen, da ist mir diese Welt einfach zu verdreht.
  • Gehen Angst und Dummheit miteinander her? - Denn (wie ich es auffasse):
    Angst soll warnen. Gewarnt sind wir dann, doch viel weiter geht es oft gar nicht mehr. (Keine Zeit vielleicht?) Ergo wird die Situation, in der Angst aufkommt, verpönt. Und je nach dem, welche Macht wir haben, wird die Situation bzw. ähnliche Situationen abgestellt, abgestempelt und auf unsere Möglichkeiten abgestimmt, vermieden. (Was dann etwa der Dummheit entspricht.) Und wenn dann wer anderes als wir dem zum Opfer fällt, dann stellen wir uns ruhig, dass die anderen im umgekehrten Falle eben mindestens genauso gehandelt hätten. - Das ist der bisher gemeinsame Nenner, der sich für mich so herauskristallisiert hat. Ein Nenner, den ich auf mir bekannte Ebenen hoch- oder runterrechnen kann.
  • @NomaDie - ich hoffe, ich habe Dich richtig verstanden. Falls ja, dann wage ich dieses Beispiel:
    Ich meinte, dass manche Angst notwendig sein kann, um zu überleben.
    Es gibt Situationen, auf die wir keinen Einfluss haben, weil wir sie nicht planen können, z.B. A ist im Gebirge unterwegs. Plötzlich ein Wetterumschwung (nicht beeinflussbar), der nicht in den Wetternachrichten vorhergesagt wurde (sonst hätte A diese Wanderung unterlassen!)
    Es fängt stark zu regnen an, Wolkenbruch, Gewitter. A ist nicht passend dafür ausgerüstet, Geröll und steile Wege zu begehen, das ist unter diesen Umständen durchaus lebensgefährlich. Darauf weisen auch eindringliche Warnungen auf Schildern hin.
    a) A fühlt Angst in sich aufsteigen, sucht also den Unterschlupf in sichtbarer Nähe vorsichtig auf und wird dort abwarten (auch um den Preis, eine Nacht hungrig und ebenso kleidungstechnisch schlecht ausgestattet ausharren zu müssen).
    b) A fühlt Angst in sich aufsteigen, entscheidet sich aber, abzusteigen, obwohl der Berg unter ähnlichen Bedingungen schon einige Menschenleben gefordert hat.

    Nehmen wir an, A ignoriert seine Angst. Er entscheidet sich für den Abstieg.
    Zuhause kommt er nie an. Einen Tag später findet ihn die Bergrettung, man konnte ihm nicht mehr helfen.
    Vielleicht muss man in so einem Fall auch von Leichtsinn sprechen? Anstelle von einer die Gefahr ignorierenden Dummheit?
  • @seelenbilder Du hast da ein sehr interessantes Beispiel angebracht. Das C-Virus hat meinen Haushalt einigermaßen lahmgelegt, dennoch will ich nun endlich doch zur Antwort streben. Wie bereits erwähnt, mag ich das Wort dumm nicht, dennoch "arbeite" ich damit.

    zu a) Die Entscheidung von A birgt Risiken (Unterkühlung & Co.), hat jedoch den Vorteil einigermaßen ruhen zu können und sich danach klarer mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen zu können. Der Kampf wird nicht aufgegeben, aber vertagt.

    zu b) Die Entscheidung von A zeichnet sich im direkten Kampf aus, was bei höherer Gewalt dem Risiko eines Scheiterns unterliegt.

    Ich glaube, keine beider Möglichkeiten lässt sich direkt bewerten, zu viele unbekannte Faktoren spielen ein: Art des Unterschlupfs, körperlicher Zustand, der Weg an sich und die Stärke des Unwetters... beides kann richtig sein, abhängig von der Person und wie sie sich selbst samt der Umstände bewerten als auch handeln kann.

    zu a) A fühlt Angst in sich aufsteigen und wird wie gelähmt. Als möglicher Unterschlupf dient eine kleine Höhle, eng, kalt und feucht, hält nur den peitschenden Regen einigermaßen ab. Unterkühlung und mangelnde Verpflegung versetzen A nach ein paar Stunden in einen Zustand der Unbeweglichkeit.

    zu b) A erkennt nur schlechte Möglichkeiten, das Unwetter auszuharren und begibt sich stattdessen vorsichtig auf den Rückweg.

    Bei deinen Beispielen ist es genau umgekehrt. Vielleicht weil ich deine Beschreibung der Gegebenheiten einfach etwas abgewandelt habe. Leichtsinn ist m. E. eher das Denken, was kann mir schon die Umwelt, ich bin besser. Angst dagegen kann das situativ beste Handeln hervorholen, wenn man sie wahrnimmt, statt sich von ihr einschüchtern zu lassen.

    Ich glaube, dass du und ich das gleiche meinen könnten.

  • @NomaDie
    "Angst dagegen kann das situativ beste Handeln hervorholen, wenn man sie wahrnimmt, statt sich von ihr einschüchtern zu lassen." Das ist die Essenz zu unseren Beispielen, die ich mit Dir genau so teilen kann.

    Mit dem Wort "Dummheit" - auch, wenn es mir nicht unbedingt gefällt - habe ich weniger ein Problem, wenn es für Handlungen eingesetzt wird, die diesen Begriff herausfordern. Mir wäre es allerdings viel lieber, es würden solche Handlungen erst gar nicht gesetzt. Dann könnte auch dieses Wort aussterben.
    Aber wie vieles im Leben ist auch "Dummheit" eine Ansichtssache. Und Ansichten können unterschiedlich sein - und das ist auch gut so! Ebenso wie es gut ist, darüber Austausch zu führen, wenn er den Horizont weitet.

    Alles Gute Euch, damit Ihr bald virenfrei seid! Liebe Grüße!
  • @seelenbilder Da gibt es nichts hinzuzufügen. Danke für den Austausch und die Wünsche. Beste Grüße zurück!
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