Hey Fremder!

Sieht so aus als wenn du neu hier bist. Wenn du mitmachen willst, drücke einen dieser Buttons!

Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung ist es wichtig, auf das Impressum sowie die Informationen zum Datenschutz hinzuweisen. Hier sind die entsprechenden Seiten: Impressum – Datenschutzerklärung. Außerdem möchte ich auf die Hausordnung des Forums verweisen.

Empathische Menschen..

.. und was ihnen guttut.

"Wenn empathische Menschen gut auf sich achten, dann können sie ihre Wahrnehmungen in vielen Bereichen sehr gut einsetzen, z.B. in heilenden Berufen, als Führungskräfte, oder ganz einfach als gute Freunde und Ratgeber. Sie können ganz besondere Kompetenzen entwickeln und diese auch langfristig einsetzen, wenn sie lernen, gut auf sich zu achten und auch klare Grenzen zu ziehen, wo es notwendig ist."

https://www.zartbesaitet.net/empathen-was-ihnen-guttut/

Siehst du dich selbst als Empath?

Kommentare

  • Ich bin selbst empathisch, wobei das mir manchmal vielleicht Probleme bereitet, wenn ich eher die Ellenbogen ausstrecken sollte.
  • @ruhig Ich stimme Dir komplett zu. Meine Empathie ist manchmal auch sehr anstrengend. Es geht mir auf die Nerven, dem anderen soviel Raum zu geben und mich selber zurückzustellen. Selbst Tieren und Pflanzen gegenüber bin ich so empathisch, ich leide einfach immer mit. Dabei soll man nicht mitleiden, mitfühlen ist ok.

    Bevor ich mal meine Ellenbogen ausfahre, muss schon einiges passieren und dann tut der andere mir immer noch leid …
  • @Nethi Ganz genauso ist es bei mir auch. Mir platzt selten die Hutschnur, aber wenn, dann richtig. Ich habe mal einen alten Chef angefahren (aber sachlich), der mir am Telefon einfach nicht zuhören wollte - und ich sah mich ungerecht behandelt. Danach ging es mir richtig gut. Aber das mit dem Leidtun kann ich auch verstehen.
  • Ja mei, dieses Thema ist ganz meines - mit allen Vor- und Nachteilen.
    Ich sehe mich nicht nur selbst ganz klar als besonders feinfühligen Menschen, sondern werde sehr schnell auch so eingeschätzt. Was mitunter seine Tücken hat, wenn man den falschen Menschen begegnet.

    Und es nervt gewaltig, wenn mir meine empathische Wesensart immer wieder mit den gleichen Worten "angekreidet" wird. Ich mag diese sich wiederholenden Kommentare in keiner Weise und empfinde es mitunter auch als sehr verletzend - und besonders dann, wenn diese Sätze von Menschen kommen, der mir etwas bedeuten.

    An einem Verhalten kann man mit einigem Willen gut arbeiten - bei einer Wesensart wird es sehr viel schwieriger - und ich muss und möchte mich auch für niemanden verbiegen.
    Ich halte Empathie für eine Gabe - daraus ergeben sich auch diverse Aufgaben und ich schätze es, wenn Menschen solcherart Feinfühligkeit respektieren, ohne sie achtlos zu kommentieren. Froh sind sie dann allerdings auch, wenn man ihnen so manches von den Augen ablesen kann.

    Ich habe es allerdings auch mit Leuten zu tun, die sich für empathisch halten, dies aber mit völlig anderen Eigenschaften verwechseln. Da weiß ich dann nicht, ob ich lachen oder brüllen soll. Brüllen deshalb, weil mir eine unverschämte Art und Weise, alles zu kommentieren, was sie scheinbar am anderen entdeckt haben wollen, furchtbar auf die Nerven geht. Distanzlosigkeit ist hierfür das richtige Wort - und sicherlich nicht Empathie.
    Ich denke da besonders an eine Person, die sich für höchst empathisch hält, das auch unzählige Male formuliert und in einen Fettnapf nach den anderen tritt. Und die auch keine Distanz hält - weder körperlich noch emotional und in der Folge leider auch nicht erkennt, wenn diese sogar verbal eingefordert wird.
    Mir stehen die Haare zu Berge von Begegnungen mit solchen nervigen und lauten Menschen.
    Lautstärke und Empathie - das sind überhaupt zwei Begriffe, die sich meiner Meinung nach gegenseitig ausschließen.

    >>Bevor ich mal meine Ellenbogen ausfahre, muss schon einiges passieren und dann tut der andere mir immer noch leid …<< @Nethi, ich unterschreibe diese Aussage, ich kenne das zu gut von mir. Ich möchte nicht so agieren, aber es gibt einen Punkt, da passiert es, weil ich gewisse Verhaltensweisen einfach nicht ertrage - das schlechte Gewissen beschäftigt mich dann allerdings auch lange genug.
    Ich stelle fest, dass ich zunehmend ungeduldiger werde mit Elefanten, die einfach im Leben anderer - und noch dazu ungebeten - herumtrampeln. Ich versuche, mich nach Möglichkeit von solchen Damen und Herren zu befreien.
  • Interessant, wie aktuell deine Zeilen erst wieder seit vergangener Woche für mich geworden sind @seelenbilder

    Da stellen sich mir Menschen als empathisch vor und machen doch so viel kaputt,

    dass ich mich gerade frage, ob übertriebene und falsch verstandene Empathie auch etwas störendes sein kann im Umgang mit den Mitmenschen.

    ich fand es jedenfalls ziemlich blöd, gesagt zu bekommen:
    weil ich ja gern Dinge im Voraus wüßte, so informiert man mich am Mittwoch zum Feierabend über einen Sachverhalt, der am Freitag zum tragen kommt. Als ob ich dann noch etwas ändern könnte an einer Sache, die erledigt werden muß und in die man mich eben nicht rechtzeitig einbezogen hat. Nämlich an dem Punkt, als der fertigstellungstermin einfach mal vereinbart wurde. In solchen Situationen komme ich mir „gern“ mal etwas verschaukelt vor.

    Zum Glück ist jetzt Wochenende :)
    Doch vielleicht wäre es zu überlegen, Empathie vor allem für sich selbst zu nutzen?
    Im Sinne von, das eigene Bauchgefühl noch mehr zu beachten. Um distanzlosen Personen künftig noch mehr aus dem Weg zu gehen.


  • Empathie ist das Eine... hinzu kommen noch andere Wesenszüge und Eigenschaften etc.

    Es ist ja nicht nur die Empathie. Sondern auch, wie gehe ich damit um. Mit mir und mit anderen.

    Beispiel: Empathie ist bei mir ganz oft ein wichtiger Türöffner. Beruflich habe ich mit Menschen zu tun, die im Krankenhaus sind und Hilfe brauchen. Hilfe, um im wahrsten Sinne wieder auf die Beine zu kommen. Und da gibts leider kein Schema. Jeder ist anders. Die einen können schnell wieder selbstständig sein. Andere brauchen mehr Zeit.

    Theoretisch wäre ja Zeit da... aber manche Systeme sind irgendwann begrenzt. So auch im Krankenhaus. Irgendwann "muss" ein(e) Patient(in) entlassen werden...

    Das tut mir jedes Mal sehr weh, wenn ich manche Menschen damit konfrontieren muss, dass die Zeit knapp wird :-(

    Aber ich stelle fest, dass Empathie in der Zusammenarbeit mit Menschen ein wichtiger Faktor sein kann. Um Vertrauen zu schaffen. Um jemanden zu erreichen. Verständnis. Mitgefühl. Miteinander reden.

    Schade, wenn sie dann doch nicht zum Einsatz kommen kann, wie @enjoythesilence beschreibt :-(
    Solche Situationen gehen mir auch sehr nah :-(

    Da weiß ich dann auch nicht immer, wie am besten damit umgehen.
    Wie am besten die eigenen Gedanken und Bewertungen sortieren. Oder eben auch mal unsanft oder deutlich die Meinung sagen...

    Hmmm...!
  • Also in meiner Jugend konnte ich kaum mich persönlich ausdrücken oder Verbindungen aufbauen, da war mir alles zu viel. Mittlerweile ist es eine brilliante Fähigkeit, Einblick in die Menschen zu bekommen und tiefe Verbindungen aufzubauen. Hätte mir vor zehn Jahren jemand gesagt, das es gut sein könnte, hätte ich mir um einiges leichter getan; hätte mir jemand gesagt, wie schwierig es ist / sein wird, damit umgehen zu lernen. Naja. Ich hatte Glück und einen starken Empathiker (der ist über 55 und nun ein langjähriger Freund) mit 21. Jahren getroffen.

    Zwinker zwinker der hat mir Empathie gegeben. Bei mir ist es so; wenn andere sagen, sie wissen manchmal, wer an sie denkt, oder man denkt an wen und das Handy läutet dann bald oder eine Nachricht kommt. Ich weiß manchmal schon wie es ihnen geht. Was so los ist usw. Bei starken Bezugspersonen (zb meiner Ex, wenn sie heim kam, oder bei Freunden, wenn sie auf kaffee kommen), war ich teilweise schon vorbereitet und hatte alles Parat, was die Gefühlswelt des anderen in der Begegnung betreffend relevant sein wird. (Also Empathie geben). Die Kehrseite... Früher ging das soweit das ich depressiv wurde in der Ubahn, bis ich gemerkt habe, das gegenüber von mir eine depressive / traurige Person sitzt. Corona war jetze auch nicht besser, mit all den wütenden, ängstlichen und existenzbedrohten Menschen. Aber meine Empathische Haut hat sich vorallem durch das letzte Jahr sehr verhärtet (noch sensibler, aber viel abprallender - ich lasse es nicht mehr an mich ran).

    Jemand meinte mal, als Empathiker ist es am schwierigsten, seine eigenen Gefühle - und vorallem die Gefühle die man in Bezug auf all die (fremden) Gefühle hat , zu spüren, zu differenzieren, und zu ordnen. Und dann seine eigene "Gefühlsantwort" zu geben. Quasi den eigenen Schweiß aus dem Schwamm raus-destillieren. Aber umgekehrt, "unempfindlich(ere)" Menschen, tun sich eventuell schwerer Andere zu verstehen. Da fühlen sie vielleicht ihr eigenes, aber können es vielleicht schwerer verarbeiten. Weil sie andere Perspektiven nicht so gut einnehmen können.

    Grenzen ziehen ist da sicher ein gutes Stichwort. Momentan muss ich kotzen wenn ich über meine Grenzen gehe. Oder werde wütend. Früher war ich einfach nur ausgelaugt oder überfordert, alles unzuordbar. Jetzt weiß ich, was mir gehört, und was nicht.

    Aber am schwierigsten war es, nicht verstanden werden zu können... quasi... andere Menschen haben Probleme mit ihren Gefühlen /ihrem Empfinden... du aber mit deinem eigenen, UND dem der anderen. Da habe ich teilweise auch oft den Respekt verloren, bei den "kleinigkeiten" an Gefühlssorgen anderer Menschen. Die das Glück haben, nur mit ihren eigenen Gefühlen klar kommen zu müssen. Aber vermutlich lässt sich das nicht quantifizieren, und was an der Stelle zu viel ist, ist woanders für mich dann halt leichter. Dafür bin ich klug und Schule war easy :p und so weiter

    Cool das es dich noch gibt enjoythesilence, war in meiner Jugend oft hier :) glg
  • Das Kompliment kann ich sehr gern zurückgeben! Schön, dich hier mal wieder zu sehen @domsi

    Hätte nicht gedacht, dass es dich nach all der Zeit mal wieder hier ins Introforum verschlägt. Umso schöner, dass du wieder vorbeischaust.

    „Jemand meinte mal, als Empathiker ist es am schwierigsten, seine eigenen Gefühle - und vorallem die Gefühle die man in Bezug auf all die (fremden) Gefühle hat, zu spüren, zu differenzieren, und zu ordnen. Und dann seine eigene "Gefühlsantwort" zu geben.“

    Das kann ich für mich bestätigen. Es kostet mich zum einen Kraft, die Schwingungen anderer Menschen zusätzlich zu verarbeiten, obwohl ich doch schon mit meinen Empfindungen beschäftigt bin.

    Da hilft es mir, seit einiger Zeit zu trainieren, möglichst im Hier und Jetzt zu bleiben und möglichst bei mir.

    Was du beschreibst, wenn du verglichen zu früher über deine Grenzen gehst, kenne ich auch.
    Vielleicht habe ich früher meine Wut mehr hinuntergeschluckt und war deswegen schneller überfordert und ausgelaugt.

    Inzwischen übe ich mich, meine Wut rechtzeitiger zu erkennen, um überhaupt eine Grenze ziehen zu können, bevor Situationen eskalieren. Gelingt nicht immer, aber ich arbeite dran :)
  • Ich war verwundert das es noch existiert, hatte zuerst nur eine "zu verkaufende Domain" gefunden, aber mein Passwort ging gleich ^^

    Ich habe angefangen in den relevantesten Bereichen meine Grenzen zu definieren und aufzuschreiben und da lese ich regelmäßig drüber. Das gibt mir dann Klarheit wenn Situationen auftauchen, dann muss ich nicht so oft nachdenken oder "reinspüren". Auch aufschreiben was für Emotionen auftauchen könnten, z.B. "verantwortlich fühlen", "schuldig fühlen", und so weiter, was oft immanent hinter der Wut steckt. Neben meinen eigenen Bedürfnissen (also quasi der Seelenschrei).

    Ironisch war am meisten, dass, ich oft die Ängste der Menschen spüre (daher diese Gefühle der Verantwortung und Schuld), und meine "eigentlichen" Gefühle sind oft Wut oder Verachtung gewesen. Quasi, also wenn ich Angst habe (vor alleine sein, Zurückweisung, sonstiges), wenn jemand das nimmt was er braucht (seine Zeit / Raum / sonstiges), wäre das sehr respektlos eigentlich. Und dann hab ich mich schlecht gefühlt, mir das zu geben was ich brauche, aus "Rücksicht", oder auch meiner eigenen Angst dann vor Zurückweisung usw.

    Also im Endeffekt, war früher die Bürde, alles zu spüren und mich gleichzeitig "verantwortlich" zu fühlen (auch sicher wegen bedürftiger Eltern das Konstrukt der Gefühle), und jetzt gebe ich die Verantwortung immer an den, den sie gehört (auch wenn es mir nicht immer schwer fällt.. ups.. also.. leicht fällt :D Freudianischer Tippfehler). Ich denke mein "innerer Dämon" hat da oft über die Strenge geschlagen und dann zu harte Grenzen gezogen, und das tut sich jetzt langsam wieder auf. Wie mit dem Smartphone. Ein paar Wochen weglegen, und dann gewissenhafter nutzen. Falls das auf Menschen auch zutreffen kann haha

  • edited Mai 2022
    "Ironisch war am meisten, dass, ich oft die Ängste der Menschen spüre (daher diese Gefühle der Verantwortung und Schuld), und meine "eigentlichen" Gefühle sind oft Wut oder Verachtung gewesen. Quasi, also wenn ich Angst habe (vor alleine sein, Zurückweisung, sonstiges), wenn jemand das nimmt was er braucht (seine Zeit / Raum / sonstiges), wäre das sehr respektlos eigentlich ."


    Oder zu sehen das Menschen verletzt sind man aber nicht helfen kann weil sie entweder völlig fremd sind und diese Intention missverstehen oder weil es ihre gesellschaftlichen Fesseln einfach nicht erlauben .
  • SanSan
    edited Mai 2022
    Zum Thema "da stellen sich Menschen als empathisch vor und machen doch so viel kaputt" musste ich gerade an meinen missbrauchenden Ex und seinen Spruch "DU WEISST GENAU WIE EMPATISCH ICH BIN!!" denken :P

    Ich halte mich selber schon für empatisch, aber las dann ein Buch über also "Tatsächlich Ein Empath Sein (TM)", das mir meine Therapeutin empfohlen hatte und dachte "nee hier wird Magie beschrieben, sowas kann/bin ich nicht". Sie beharrte wegen der Weintrauben-Story darauf, dass ich Empath sein müsse (im Büro hatte ich mal ein Pfund Trauben und eine davon war gammelig. Ich warf sie in den Müll und eine zweite, vollkommen einwandfreie hinterher, damit die gammelige nicht so alleine im Müll ist. Meine Kollegen lachten noch Monate später bei der Erinnerung)

    Oft nehm ich glaub ich solche "Gaben" gar nicht wahr. Oder wenn, dann nur, wenn es dazu etwas Negatives wahrzunehmen gibt. zum Beispiel wenn ich Empathie für die Meinung meines Gegenübers habe, sie verstehen kann und dadurch sehr meine eigene Meinung und Argumente verliere, weil sie nicht mehr die alleinigen Gesichtspunkte in meinem Kopf sind. Ich könnte for the life of me mit niemandem diskutieren, dessen Meinung ich verstehe, weil ich -solange die Person in meinem personal und gedanklichen Space ist - die andere Meinung übernehme oder zumindest soweit integriere, dass sie untrennbar ist von dem, was ich denke, wenn ich (dann wieder) alleine bin.

    Wenn mir meine empatische Art (oder andere "Gaben") also irgendwann mal Vorteile bringt, seh ich das meistens als irgendwas an, das selbstverständlich ist und schließe auch schnell von mir auf andere und denke, solche Sachen und Funktionen gehören einfach zur Standard-Installation eines Menschen dazu und "das hat doch jeder".

    Edit: Ich bin so gesehen das menschliche Äquivalent der im Feierabend geputzten Toilette :D Wenn man als Mitarbeiter am nächsten Tag zurück ins Büro kommt und die Toilette ist frisch und weiß und sauber, dann merkt man es nicht. Haben die Putzkräfte am Abend zuvor aber einen Fleckem vergessen, merkt man das beim Hinschauen sehr genau und stört sich dran und bestätigt seinen confirmation bias mit "Ugh diese unterbezahlten Dilettanten haben schon wieder nicht richtig geputzt" und vergisst dabei die dutzende Male, die man die saubere Toilette nicht bemerkt hat (und jetzt fühle ich mich schlecht weil ich auf fiktive, unterbezahlte Reinigungskräfte geschimpft habe)
  • edited Mai 2022
    Was für ein "Tatsächlich ein Empath Sein (TM)" Buch ist das Sannie? Ich denke was als Magie beschrieben würde wäre vielleicht für Empathiker sogar selbstverständlich (insofern Magie das ist was man nicht verstehen kann), also für einen selbst selbstverständlich, für andere magisch. Also wie für einen Arzt dies und jenes Verständlich ist, einen selber machts nur gesund und keine Ahnung was der gemacht hat. Einfach mal wo drauf gedrückt (bei Akupunktur z.b.).

    Von mir edit: "NICHT" auf andere zu schließen hat mir die Welt wesentlich vereinfacht.

    Und wenn wer sagt "du weißt wie empathisch ich bin", könnte empathisch sein auch einfach als dünne Haut beschrieben werden (leicht verletzlich). Da können auch unempathische Menschen sehr verletzlich sein und alles gleich "spüren", aber halt "so" :D Babys spüren auch alles und weinen gleich aber meistens wegen sich selber und nicht wegen dem anderen (was ja, irgendwie, dann Empathie wäre).
  • Hallo San,
    Deine Schilderung ist einfach zu berührend: Eine einwandfreie Weintraube einer gammeligen in den Müll hinterherwerfen, damit diese nicht einsam ist - das ist bemerkenswertest.

    Die Toilette ist von den Benützenden selbst zu putzen, dann muss man sich nicht über die auslassen, die in Wahrheit zu bedauern sind, weil sie den Sch... der anderen wegmachen müssen. Ich finde es erbärmlich, wenn sich Menschen so verhalten, dass ihnen andere hinterherräumen oder -putzen müssen. Dafür fehlt mir schlicht jedes Verständnis.
  • Hallo San,

    Ich hab grad herzlich gelacht. Über Deine Weintrauben-Geschichte.

    Ich bin exakt genauso. Beispiel: Ich will zwei Flaschen Cola kaufen. In der Kiste sind noch 3 Flaschen drin. Ich kaufe nicht zwei Flaschen, nein, alle drei. Weil ich nicht möchte, dass die letzte Flasche alleine bleibt und traurig ist. Oder weil die Flasche nun von ihren Kumpels getrennt wurde.
    Dieses zieht sich mittlerweile durch mein ganzes Leben und es ist arg belastend. Weil mich das einfach fertigmacht, diese Denkweise.
    Ich habe neulich grad ein interessantes Buch über Hochsensibilität gelesen. Da war für mich ein Part bei, der dies genau traf. Ein Hochsensibler sieht in jedem Stein eine Seele. Ein Normaldenkender kann dies gar nicht verstehen.
    Ich habe da echt ein bißchen aufgeatmet, aber eigentlich ist meine Marotte glaub ich behandlungswürdig.
  • Hallo Nethi,

    es ist auf den Punkt gebracht: Auch ich empfinde die Natur beseelt.
    Wenn man dieses alles verbindende Gefühl, das sich für einen selbst wie Wissen anfühlt, hat, dann gibt es viel Tiefe bei allem, was ist: Das Schöne strahlt heller, das Dunkle wirkt mächtiger, usw.
    Ich persönlich bin dankbar, damit inzwischen sehr gut klarzukommen.
    Ich denke, der Mensch sollte als Einheit mit seiner ihn umgebenden Natur denken und handeln, so war es wohl irgendwann gemeint: Einer Behandlung würde ich daher jene zuführen, die dafür sorgen, dass es anderen Lebewesen schlecht geht (das heißt, die für Unheil in der großen oder kleinen Welt sorgen)! Sie haben nichts verstanden!

    Liebe Grüße!
  • Empathie ist gut und schön. Habe ich doch in der heutigen Welt oft das Gefühl, dass es den meisten nur noch um sich geht. Rücksicht wird keine mehr genommen. Kleinigkeiten oft, aber dennoch bemerke ich sie. Manchmal bin ich so resigniert, dass ich richtig schwach werde.

    Was aber tun, wenn die Empathie überhand nimmt und man selber mehr auf die Gefühle der anderen achtet als auf die eigenen? Wenn man sich selber immer wieder zurückstellt, nur, damit es anderen gut geht?

    Oja, da bin ich Meister drin, anderen Gutes zu tun und mich selber zu vergessen. Abends sitze ich dann da und mir fällt wieder ein, in welchen Situationen ich mich zu wenig um meine eigenen Bedürfnisse gekümmert habe.
    Nun bin ich schon dabei, an mir zu arbeiten und dennoch falle ich immer wieder in alte Muster.

    Kennt hier einer sowas ähnliches? Und wenn ja, wie geht Ihr damit um?
  • Ja, liebe Nethi,
    das kenne ich genau so, auch, wenn mir das die eigenen Familienmitglieder nicht glauben. Seltsam, sogar Fremde merken, wie's mir geht und sprechen Warnungen aus ... Stw. auf die Gesundheit achten, wegziehen aus der gewohnten Umgebung, in der man immer greifbar ist, usw.
    Ich lasse nicht los, jetzt auf mich zu achten. Ich gehe einen ganzheitlichen Weg, habe die Yamswurzel entdeckt und bin gespannt, ob sich was tut.
    Derzeit wieder einmal Versuche mit ein paar Rückschlägen und schlechtem Gewissen, wenn mir wieder mal der Kragen platzt, und ich sage, was ich schon längst hätte sagen sollen ... aber auch mit Schritten nach vorne.

    Einmal Burnout mit einem Jahr Pause im Arbeitsleben und vor einigen Jahren fast eine Wiederholung desselben - nein danke, kein weiteres Zulassen dieses Zustandes!
  • Ah kinners, ich seh immer nicht, wenn mir jemand antwortet. Ich wollte niemanden ignorieren, indem ich nicht antworte!

    Das mit dem "Die natur ist beseelt" geht mir genau so und auch mir macht das manchmal Probleme.
    @Nethi: Oah das mit den Flaschen könnte exakt ich sein. Oder wenn irgendwo ne Stelle detsch ist, dann kauf ich das Objekt weil mich der Gedanke traurig macht, dass alle ein perfektes Objekt haben wollen und dieses angedetschte liegen lassen würden und dann wäre es ganz traurig, dass es nicht gekauft wird. Meine Mutter lachte glaube ich auch über die Weintrauben Geschichte worauf ich vorwurfsvoll sagte "Na hör mal, was war mit dem Maus-Elefanten??" (der Maus-Elefant ist ein Zugluftstopper, den sie damals kauften um die Zugluft durch den Spalt unter der Wohnungstür zu stoppen. Eines Tages kam ich aus der Schule heim und der Maus-Elefant lag auf der Sofalehne und nicht mehr hinter der Tür. Auf verwirrtes Nachfragen bekam ich die Antwort, dass sie nicht wolle, dass der Maus-Elefant an der Tür frieren müsse. Es wurde dann ein Zugluftstopper ohne Gesicht angeschafft.)
    Mutter hielt inne und gab zu: "Okay, das hast du von mir."
    Ich weiß leider auch nicht, wie ich der fast schon überhand nehmenden Empathie beikomme. Glücklicherweise ist das meist phasenweise, so glaube ich zumindest. Laut dem Wissen, das ich aus diesem Epathenbuch habe ist der Schlüssel wohl, sich irgendwie zu zentrieren? Himmel, mir fällt auf, dass ich das gar nicht so genau weiß, weil ich den Teil des Buches, in dem es um die Selbsthilfe ging, gar nicht so genau gelesen hab weil ich ja aus den Beschreibungen schon dachte "nö, tha's magic und ich kann sowas nich".

    @domsi ich hab dich nicht überlesen, aber ich hab das Buch gerade nicht da und kann dir den Titel leider nicht auswendig nennen, sorry. Das mit der Magie war aber tatsächlich auch mein Gedanke, dass die Leute ihre eigene Magie nicht wahrnehmen und es vielleicht nicht auszuschließen ist, dass ich auch irgendeine Art von Magie als vollkommen selbtverständlich betrachte, weil sie meine ist. Danke für den Input über sensible Leute. Das mag vielleicht zutreffen, vielleicht auch nicht. Der Mann hat damit geprahlt, dass seine untergebenen Mitarbeiter Angst vor ihm haben. Da jemandem Vorwürfe zu machen, seine sensible Seite nicht zu erkennen, zumal er mich an seinen Emotionen [bis auf Wut] nicht hat teilhaben lassen, halte ich für etwas weit hergeholt. Dann wiederum lebe ich [zum Glück] nicht in seinem Kopf, in dem das alles sicherlich viel Sinn gemacht hat. Und ich weiß, ich weiß, große Wut und so, das kommt sicherlich alles aus einer inneren Verletztheit heraus (die gottseidank nicht mehr mein Problem ist) aber du musst zugeben, es hat ein wenig witzigen Charakter, laut, wütend und empört "ICH BIN EMPATISCH UND DAS WEISST DU GENAU!!!!" zu brüllen. Weil ich gewagt habe, seiner Aussage über einen seiner Kollegen, den ich niemals getroffen habe, nicht zu 100% zuzustimmen.

    @seelenbilder Was ist und macht denn Yamswurzel? Ich hab das tatsächlich vor Kurzem irgendwo gehört aber es fällt mir ums Verrecken nicht mehr ein, wo und in welchem Zusammenhang :O

  • edited Juli 2022
    @San

    "es hat ein wenig witzigen Charakter, laut, wütend und empört "ICH BIN EMPATISCH UND DAS WEISST DU GENAU!!!!" zu brüllen"

    Streng genommen würde empathisch sein heißen die Wunden des anderen gut zu kennen (weil Einfühlungsvermögen), also ein höheres Ausmaß an Kapazität Seelen zu zerreißen (anstatt nur unnütze und laut rumzubrüllen). ICH hab sehr darunter gelitten ("der Gewalt der Welt/Menschen" - auch einfach als Fakt der Sensibilität) und jetzt kann ich aber mit einem Satz mein gegenüber psychologisch zerlegen weil ich so tiefes Einschauungsvermögen habe. Davor musste ich aber mal lernen nicht ALLES persönlich zu nehmen, nicht jede Sorge als meine, und nicht jede versteckte Traurigkeit und Verletzlichkeit hinter dem hysterischen Chef und dem Tyrannischem Weib als Ausrede für schlechtes und egoistisches, selbstsüchtiges, unbedachtes Verhalten zu benutzen.

    Ich hab da von meiner Magie immer auf andere geschlossen und bin erst vor 1-2 Jahren drauf gekommen, dass wirklich nur ich (und einige andere) so tief die Umgebung fühlen, und bis dato dachte ich immer "alle sind so empathisch und sind trotzdem so unsensibel zu allem und jedem". Heute ist es mir lieber keiner weiß das und jeder nimmt mich anders wahr als ich bin, weil sie es entweder nicht verstehen oder es dann als Einladung sehen, Wärme und Mitgefühl zu bekommen (die Kaltblütler nenne ich das, die wollen gerne warmes Terrain - wie die Eidechsen). Und Rücksicht, naja, dann würden sie ja sowieso nicht verstehen (weil sie von sich auf andere schließen).

    Eine Freundin die war auch so empathic und die war Managerin am Flughafen, hat einmal vergessen ihre Hose anzuziehen und ging mit der Jogger zur Arbeit. Der Chef beim Meeting war dann so:" "ähähm, ist das ne Jogger?" - dann ist ihr das bewusst geworden und meinte: "Uh, ist das ein Problem?" mit hochgezogener Braue. Die hat das quasi pefektioniert "mit einem Satz psychologisch zerlegen" und da wussten alle, wo ihre Grenzen sind, oder sie wurden direkt als Heuchler enttarnt mit all ihren Facetten und Schwächen, aus denen heraus sie dann auf anderen rumhacken. Die konnte auch nur mit Ohrenschützer in die öffis, weils so laut war. Der ist irgendwann die Toleranz gerissen und behandelt jeden wie ein Kind das unbeholfen ist und Grenzen braucht. Und die Menschen richten sich danach. So sehe ich das jetzt auch. Und übe mich darin (also eher Vater spielen anstatt nach Verständnis zu suchen).

    Hab auch mal gelesen dass das unglaublich gut in hohen Hierarchien ist, weil man auch "Lügner" usw. intuitiv einfach entlarven kann.. man spürt den "off-vibe" der Heuchler.. ich war mal zu Besuch bei Family mit meiner Ex, und da hats mich auf den Weg zum Auto "geschüttelt" und ich meinte da strahlt wer Vergewaltiger vibes aus, und die Family wo ich war hat mich mit großen Augen angeschaut und meine ex hat mir dann inm Auto zugeflüstert, das der dude (das war der Nachbar) mal versucht hat ihre Mutter im Wald.. Im Gegensatz dazu hab ich schon bei super tyrannischen Weibern "Muttergefühle" ausgelöst haha.

    Mir ist mal ne lustige Story diesbezüglich eingefallen, da gehen so paar Passanten und sehen Superman in der Gosse mit der Flasche.. und die Passanten gehen dann hin und wollen helfen und fragen ganz besorgt: "Oh nein, was ist denn los?".. und er brabbelt und stammelt in halber Eloquenz ".. ich.. ich kann fliegen!" und fällt besoffen in Ohnmacht. :D

    Natürlich weil er alleine darin ist. Meine Nichte ist auch suuuuper empathisch und klug, und die ist mit 5 so krass intelligent und manipulativ (auf so süße Art und Weise), weil sie den Mensch so tief versteht. Auf die andren wirkt das halt lustig, und die lachen dann immer (aber nicht über sie, sondern aus Liebe). Und sie versteckt sich dann immer unterm Tisch und weint, weil sie ja dazu gehören will und nicht ausgelacht mit ihren powers, und meine Schwester sagt ihr dann immer "du bist halt weiter als andere" (haben sie mir früher auch immer gesagt und ich habs GEHASST). Ich sag ihr dann immer sie soll nicht so tun, mir gings auch so, weiter gehts. Dann kommt sie hervor, lächelt schelmisch und fühlt sich verstanden. Und weiß wie sie damit umzugehen hat: own it.
  • @domsi Oha. Das mit den Vergewaltiger-Vibes ausloten zu können, würden sich vielleicht einige Frauen als geheime Super-Power wünschen. Mal ne Frage, wie weit war der Nachbar weg? Ich frag mich grad, was für ne krasse Reichweite dein DLAN hat. Das klingt jetzt grad so wie wenn Lassy riecht, dass Timmy gerade 3 KM weit weg im Wald in den Brunnen gefallen is.
    Du hast vor Jahren hier schon mal irgendwas in die Richtung gepostet, das war auch um die Zeit herum als ich das Buch las (btw, hab endlich nachschauen können: The empowered empath by Rose Rosetree) Da warst du in irgendeiner Schulung oder Sitzung und meintest sowas wie "OK irgendwer hier is kurz vorm Heulen". Und schon damals dachte ich "holy moly, das magic! Das not mee. "
    Also denk ich grad, es ist kein Wunder, dass deine Nichte sich verkriecht, wenn die ähnlich offene Kanäle hat wie du. Und den Spruch ihrer Mutter hasst. :/ Mit dem würd ich mich in der Situation wohl auch nicht anfreunden können.

    Manchmal bin ich ja neidisch auf Leute wie euch, weil, wer will nicht manchmal was Besonderes sein. Aber manchmal denk ich auch drüber nach, dass solche Gaben auch mit ordentlichen Nachteilen kommen können und dann will ich sie vielleicht doch nicht mehr. In solchen Momenten bin ich mit absoluter Mittelmäßigkeit recht content. :P
  • @San,
    die Produkte der Yamswurzel gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, mein Produkt ist bio.
    Bewirken soll es auf der ganzheitlichen Ebene, dass man für seine eigenen Bedürfnisse besser eintritt, sich wieder Gehör verschaffen kann. "Eigenständigkeit", so lautet die Botschaft der Yamswurzel - und ja, das ist mein Thema, beruflich wie privat sehne ich mich nach Selbstwirksamkeit.
    Ich kann sagen, dass es seine leichte Wirkung tut, vor allem auch, weil ich mitunter sehr deutliche und unangenehme Auswirkungen der Wechseljahre erkenne, auf welche die Yamswurzel auch ausgleichend einwirken kann.
    Die Apothekerin hat mir das Präparat empfohlen, ich habe gewisse Auswirkungen als positiv bemerkt, allerdings bin ich insgesamt doch auf zu vielen Ebenen gefordert. Es ist nicht nur der Beruf, der mit meinem Sein einfach nicht mehr in Einklang zu bringen ist, es sind auch die privaten Verantwortungen, die mich niederdrücken. Ich bin nun dabei, alles, was irgendwie möglich ist, auszulagern. Ein mühseliges Unterfangen, denn ich stoße auf sehr viel Widerstand.

    Es ist überdeutlich, dass ich es satt habe, seit Jahrzehnten zu "dienen". Ich bin gerade dabei, die negativen Auswirkungen des ständigen Dienens deutlich zu vernehmen und suche nach Gegenentwürfen, die für mich lebbar sind ... Ich möchte nicht mehr das leben, was andere von mir erwarten. Ich möchte und darf mich auf mein höchsteigenes Sein besinnen und alte Machtthemen beenden (Stw. Elternhaus, das sich in vielen anderen Bereichen fortsetzt).

    Hoffentlich konnte ich Deine Frage aufschlussreich genug beantworten, liebe Grüße!
  • @seelenbilder Ja, vielen Dank! ganzheitlich finde ich, klingt total gut! Der Körper spielt eine große Rolle darin wenn es einem nicht gut, ob das jetzt ist weil es dem Körper nicht gut geht oder weil es einem nicht gut geht und der Körper zu leiden beginnt...
    Eine Freundin von mir hat dasselbe Problem, dass sie sich in ihrem dienenden Beruf krankgearbeitet hat und jetzt erstmal nichts macht außer wieder gesund werden und auszuloten, wie sie ihr Leben zukünftig leben will.
    Die letzten Tage hatte ich wieder ein schlechtes Gewissen, dass ich auf Jobsuche immer n bisschen verkniffen kucke wenn es sich um Vollzeitjobs handelt. Ich hab momentan einen Teilzeitjob und will davon eigentlich nicht wieder zurück. Und schon gar nicht will ich dieses komplette Gegenteil von mit der Arbeitszeit abgegoltenen Überstunden, dessen Lebenszeit mir niemand wieder zurück gibt. Warum darf ich nicht in den Supermarkt gehen, eine Schale Erdbeeren kaufen und zwei mitnehmen aber mein Chef darf das mit dem Produkt, das ich IHM verkaufe?
    Überhaupt, warum werden Erdbeeren teurer, aber wenn ich zu meinem Chef gehe und sage "ich werde teurer, weil Erdbeeren teurer sind" und er sagt "nein, tust du nicht, geh zurück an die Arbeit"... aber das ist ein anderes Thema.

    Nein ich komm mir immer n bisschen doof vor, oder vllt faul? Dass ich mit Mitte 30 schon sage, ey ich will eigentlich nicht mehr Vollzeit arbeiten. Macht sonst kaum jemand. Die, die auch Zeiten reduzieren (ohne Grund! *gasp* ich hab nicht mal Kinder!), haben 10 oder mehr Jahre später so nen Moment wo sie sagen "ich komm langsam in ein Alter, in dem..." *hüstel* ist 35 auch schon "so ein Alter"?

    Mir geht es eben darum, präventiv nicht dahin zu kommen wo du beispielsweise gerade beschreibst, dass du bist. Nach einmal burnout und bei einer anderen Arbeit vor kurzem einer zweiten Phase die sich wirklich nicht schön anfühlte, jetzt aber wieder besser ist (deshalb frage ich mich auch, war mein Körper sehr unausgeglichen? Woran lag es, dass die Shitshow dieselbe ist, ich aber nicht mehr jeden Tag heule und tobe?) ... danach dachte ich mir, ok lieber mal zurücknehmen von dem, was du gibst/geben musst.
    Man versucht ja dennoch immer, einen dort wieder reinzuziehen. Deshalb find ich's gut, dass du dich auf die Suche nach den Alternativen machst. Grenzen sind auch immer wichtig, damit diese Leute, die einen anders haben wollen, einem nicht in die Alternativen folgen und dort an einem rumzerren man möge zurück auf den Rummel kommen und ackern.
  • @San
    "ich komm langsam in ein Alter, in dem..." *hüstel* ist 35 auch schon "so ein Alter"?

    35 ist definitiv schon so ein Alter! - in dem man nach sich und seinen Bedürfnissen nicht nur schauen, sondern auch nach ihnen leben sollte. Wann sonst, wenn nicht mit 35? Oder auch schon früher.

    Da ist doch auch jeder individuell.
    Ich bin froh, dass ich Vollzeit arbeiten konnte, so lange mir das noch etwas leichter gefallen ist.
    Doch was hat es mir gebracht, außer ein wenig mehr Geld im späteren Rententopf?

    Ich fühle mich gestresst, wenn ich auf lange Sicht für mehr als 8 Stunden am Tag an einem Ort sein muß, wenn woanders/daheim die Arbeit wartet. Im Feierabend bin ich dann zu erledigt, um noch etwas Vernünftiges anzufangen. Bleibt liegen bis zum Wochenende. Für Terminvereinbarungen brauche ich Urlaub. Das kann es nicht sein, dachte sie sich und hat ihre Tagesarbeitszeit reduziert.

    Viel entscheidender, als Geld zu scheffeln, ist glaube noch, zu wissen, wie man am besten damit umgeht, um keinen Mangel zu erleiden und sich sein Leben nach den eigenen Wünschen finanzieren zu können. Doch das ist ein anderes Thema ;)
  • @enjoythesilence Die Frage war auch eher auf "die Anderen" bezogen, die mich zugegebenerweise nicht mal interessieren sollten, ich weiß. "Die Anderen" verstehen es zwar, wenn Heinz 10 oder sogar nur 5 (braver Heinz!) Jahre vor der Rente dann mal so langsam reduziert, denn Heinz hat einen ganz krummen Buckel vom Schaffen und ist Alkoholiker weil ihm nichts besseres eingefallen ist in seiner post-Arbeits-Schlappheit als das Feierabendbier und das trinkt er nun seit 30 Jahren täglich. Aber das ist für einen Mann in seinem Alter normal und deshalb kuckt da keiner dumm und er war ja auch bisher sehr fleissig und umtriebig für Die Wirtschaft(TM). Aber wie du schon sagst, was stellt das mit seiner ohnehin schon armseligen Rente an?? Oh Heinz, ob du dich da nicht verzettelst. Lieber weiterschaffen gehen!

    Das ist son bisschen das Bild, mit dem ich so zu kämpfen habe, wenn ich sage "ich bin (erst) 36 und will (schon) Zeit reduzieren" Und es ist durchaus bei mir stellenweise auch internalisiert, was bedeutet, man kann da nich einfach "na dann fuck doch dein Bild und dann isses egal" sagen, weil es irgendwo auch mit den eigenen Glaubenssätzen verwoben is und das Zeug da rauszuweben bedeutet Arbeit (ääh und die wollt ich doch reduzieren?? xD)
    Das, was mir entgegenrauscht ist ein komischer Gesichtsausdruck, die Erwartung, ich möge nun sagen, ich bin schwanger und will deshalb reduzieren oder ich muss den Heinz pflegen, der kann bald nicht mehr arbeiten oder ich will mich neben der Arbeit weiterbilden und brauche die Zeit dafür aber.. wie bitte.. du willst ... hab ich das richtig verstanden... du willst die Zeit für (angwiderter Gesichtsausdruck) *flüsternd* DICH SELBER?

    Die Gesellschaft hat noch einen weiten Weg um an meiner Vorstellung von einem guten Leben anzukommen :P
  • edited Juli 2022
    @San eh nice thanks for se book. Der dude hatte den Kopf vorne ins Auto reingesteckt und kurz gefragt wie sie das mit dem Parken regeln. Also schon so ne 1-2 Meter Antenne, aber bestimmt nicht darauf beschränkt. In den meisten Fällen verbalisiere ich es ja nicht oder geh zu den Leuten hin: "Hey, sind sie ein Vergewaltiger? Hey, sind SIE ein Vergewaltiger???".. das entpuppt sich dann nur zufällig, oder wenn dann wirklich wer zum heulen anfängt, oder wenn ich mich betrunken fühle weil jemand besoffen neben mir in der Ubahn liegt. Oder so etwas wie "man fühlt das jemand anruft weil man an ihn denkt", nur halt Plus man weiß bereits wie und warum er/sie sich so oder so fühlt.

    Einmal ist ein Freund zu mir gekommen und wie ich die Tür aufgemacht habe habe ich ihn SO prüfend angeschaut, und dann später nach dem Quatschen meinte er so warum ich das gemacht habe (unüblich unherzlich), und an dem Tag war er total wütend und kurz vor dem Patriachat (also Blut und Flecken, aber von Männern). Und das hab ich halt gespürt bevor er kam.

    Ein andrer Freund kam mal zu Besuch und das hat sich so angefühlt als würde mich der Teufel besuchen (bevor er kam), hat sich herausgestellt das er da in einer Psychose war und echt krasse Dinge in sich hatte (den sehe ich nicht mehr).

    Bei meinem Praktikum im Altersheim haben alte Frauen mit mir gesprochen die die Psychologen immer mit schweigen oder wegschimpfen bestraft haben, einfach nur weil ich empathisch bin und ehrlich (schätze ich). Deshalb habe ich die Ausbildung auch abgebrochen (die hatten 6 Stunden Seminare über Empathie dessen Inhalt eigentlich nur ausgesagt hat, das sie keine Ahnung haben was das eigentlich ist, außer Spiegelneuronen und Wissenschaft).

    Im Jugendzentrum war ich auch für verlassene Kiddos, und da hab ich den Betreuern seit Tag 1 gesagt was abgeht und die haben mir als kleinen Praktikanten nix geglaubt und erst nach nem Monat wo der "superstar-supervisor" da war, der ihnen dann Wort für Wort das selbe Gedicht gedichtet hat, dann ganz erstaunt "Ah! Ahso! Ah-ok!".. und ich meinte schon die ganze Zeit, also entweder ihr seid doof und taub und idealisiert den Dude, oder der ist wirklich toll. Und im Endeffekt hat er dann nur das offensichtliche ausgesprochen, also ja. In meiner Welt sind alle Defekt, die haben komische Antennen

    Man muss dazu sagen das Empathie in dieser Welt eher als Schwäche betrachtet wird, einige können es schätzen, viele nutzen es gerne aus (weil es ihnen selber fehlt oder so). Ignoranz is bliss
  • @domsi ich könnte Geschichten über deine (und anderer Leute) Majique stundenlang lauschen! :D Finde das mega spannend, wie Leute die Welt erleben und was die so coolen Shit können. Ich versuch grad, das alles irgendwie auch auf mich anzuwenden, um es einordnen zu können, Spiegelneuronen und so aber.. ^^ naja. Ich überlasse die Bühne anderen/gerade dir.
  • edited Juli 2022
    Ich weiß nicht, ob ich "ein Empath" in dem Sinne bin. Als Kind war ich jedenfalls sehr feinfühlig für die Bedürfnisse und Empfindungen meiner Mitmenschen. Auch das mit der Weintraube im Mülleimer hätte von mir sein können.

    Aber ich fand das als Kind schon letztlich sehr erschlagend und tief erschöpfend. Man zieht auch eher die äh "Energievampire" an und ich bin froh, dass ich mir diese -für mich übermäßige- Feinfühligkeit und Rücksichtnahmebereitschaft ein Stück weit abtrainieren konnte, sonst wäre von mir nicht mehr viel übrig.

    Das ich evtl. "mehr mitbekomme" von den ungesagten Dingen, nutze ich beruflich, aber eben für meine Zwecke und für bessere Arbeit "am Kunden", mag der andere auch letztlich davon profitieren. Abgesehen davon nützt es mir eben auch beruflich, andere bzw. auch Situationen so besser einschätzen zu können (ich arbeite als Anwalt im zivil- und strafrechtlichen Bereich, da hilft mir das imho schon sehr gut).
  • edited August 2022
    Kennst ihr das Buch "Das Parfüm?". Mir gings oft so das ich im stinkenden Frankreich geboren wurde, als einzig fühlender :D

    Im Buch wird der Geruch ja auch als etwas Beschrieben, das in der Geschichte keine Spuren hinterlässt, aber als eines der wesentlichsten Nenner und Faktoren für Verhalten usw. beschrieben wird (wie man ja am Schluss sieht, dass der Henker auf die Knie fällt, der Papst, selbst der Vater des getöteten Mädchens, und alles sich um 180 Grad wendet aufgrund von Geruch, als Triebkraft aller Emotionen, Denkens, Fühlens; fand ich schön!)

    Ich konnte das in Situationen schon gut nutzen, wie Lancis es beschreibt; wenn auch nicht beruflich (das war vor allem nicht mein Weg bisher, wobei ich viele Mediums versucht habe, das zu nutzen; von Einzelcoaching, bis Massage, Theeapeut, habe auch ganz jung Tarotkartenlegen gelernt, und konnte da intuitiv viel erfassen; teilweise Monate vorher Ursache-Konsequenz-Wirkung). Aber das Bedürfnis war letzten Endes da nie da; vermutlich fühle ich da zu tief und die Spannung (Inspiration/Neugierde) ist da einfach nicht gegeben. Ich dachte ja mal dran, gemäß dem Roman "das Parfum", irgendwann so ein einzigartiges Gefühl auszustrahlen, das all die stinkenden Gefühle durchdringt, wobei ich mir über das Ergebnis, was dann passieren sollte, gewissermaßen noch ungewiss bin.^^

    Ich habe mir allerdings ne harte Haut, vor allem (durch das) letzte Jahr antrainiert, von den "energie vampiren" - und die Frage, wie und wo ich es anwenden will und kann, die "Fähigkeit", stellt sich mir erst jetzt das erste mal mit einer gewissen Freiheit und einem Eigennutzen. Eben auch mit der Frage, wie es für mich authentisch und nützlich ist, aber eben auch für den anderen nützlich - Kunde, Mensch, whatever (besagte Beispiele oben wären eben halt nur für andere nützlich gewesen; mir hat es sehr wenig gegeben. habe es aber vermutlich eben aus dem Grund nicht weiter verfolgt, das es mir nichts nützt)

    Spannend und schön, wenn jetzt, diese Fragestellung, neu wieder auftauchen kann, eben mit beiden Polen. Das ist echt eine (für mich) gewagte Frage, dessen Antwort wirklich vieldeutig ausfallen könnte.
  • edited August 2022
    @domsi,
    yeah, das Buch habe ich gelesen, sicher mindestens zweimal. Den Film habe ich auch gesehen, meiner Meinung nach war das Buch fast unverfilmbar, weshalb ich erstaunt war, dass der Film sogar funktioniert - zumindest meiner Meinung nach.
    Die Wirkung, insbesondere, was den von Dir beschriebenen Schluss betrifft, fand ich ebenso recht aufschlussreich.

    Diese "harte Haut", die konnte ich mir bislang nicht antrainieren. Ich habe auch das Gefühl, dass diese harte Haut tatsächlich nicht zu meiner Persönlichkeit gehört. Ich "habe" ja auch in gewisser Weise etwas davon, sehr viel zu spüren. Man hat mir schon oft den Tipp gegeben, dieses Können beruflich einzusetzen, das sehe ich zwiespältig: Ich möchte nicht Geld damit verdienen, auch, wenn ich es könnte, Stw. mediale Veranlagung.
    Ich lasse die Fähigkeiten ohnehin gerade auch im Berufsleben einfließen, aber eben auf die Weise, die ich für vertretbar halte.
  • edited August 2022
    @seelenbilder

    Hm die harte Haut bedeutet nicht das ich weniger spüre. Ich würde sagen ich spüre sogar besser; wie eine dickere Fussohle, wo nicht alles weh tut, man kann überall hingehen, sogar auf heißen Stein. So ist es (oder, falls ich es tun würde, wäre es) noch nützlicher für potentielle Arbeit; weil ich klarer Vermitteln könnte, weniger darunter leiden, es würde mich sogar minimal berühren (oder kürzer beeinflussen). Mit "weicher Haut" war wirklich gemeint das sie im Wasser schnell rissig wird und brennt (wenn man das Wasser als spüren/ Empathie-Synonym verwendet)

    Ich denke desensibilisierung ala "weniger spüren" ist gar nicht möglich; ich wüsste jedenfalls nicht wie. Man hört ja auch so gut wie man hört; man kann Ohrstöpseln benutzen, aber bei Empathie wäre Betäubung eher "Drogen nehmen" :D für den Körper per se gibt es ja keine (mir bekannten) Ohrstöpseln. Den "darunter leidenden" Aspekt meiner Persönlichkeit mochte ich noch nie, und wirklich was davon haben, oder profitieren, tut ja keiner davon wenns mir deshalb schlecht geht.
  • @domsi,
    danke für Deine Erläuterungen! So weiß ich nun genauer, wie's gemeint ist :-)
Sign In or Register to comment.